Existenzanalyse
Die Existenzanalyse ist eine phänomenologisch und dialogisch orientierte Psychotherapie-Methode und soll Menschen dazu verhelfen, ein Leben mit innerer Zustimmung zu führen. Die Vorgangsweise ist erlebnisorientiert, nicht interpretierend. Es geht dabei mehr um das Verstehen als ums Erklären.
Existenzanalyse bedeutet Analyse der Bedingungen für ein wertfühlendes, selbstgestaltetes und menschenwürdiges Leben und hat die Entfaltung der Dialogfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Offenheit und Hingabefähigkeit im Erleben, in den Beziehungen und im Handeln zum Ziel. Sie arbeitet an den personalen Voraussetzungen für eine sinnvolle Existenz, wo diese durch seelische Krankheiten verschüttet sind. Der Mensch wird als Wesen angesehen, das ständig – bewusst oder unbewusst – sein Leben mitgestaltet und sinnvolle Entscheidungen treffen möchte, die einen Wert für ihn darstellen.
In der Existenzanalyse wird „Existenz“ (lat: existere = „sich erheben, über sich hinauswachsen“) als ein in Freiheit und Verantwortung gestaltetes Leben verstanden, in welchem vor allem die Gegenwart und die Hinwendung auf Zukunft eine Rolle spielen. Der Mensch wird dabei nicht als Ergebnis innerpsychischer Prozesse oder umweltlicher Einflüsse angesehen, sondern primär als dialogisches Wesen, das auf die konkreten Anfragen seiner Innenwelt und Außenwelt ausgerichtet ist und vor dem Hintergrund seiner Bedingungen und Möglichkeiten befähigt ist, sein Leben eigenverantwortlich zu vollziehen. Existenzanalyse als psychotherapeutisches Verfahren bedeutet, die Bedingungen zu erkennen, welche es für ein wertfühlendes und sinnerfülltes Leben braucht.
In Österreich gibt es 23 anerkannte wissenschaftlich- psychotherapeutische Methoden (laut Bundesministerium für Gesundheit, 28.08.2014), die sich grob in vier Richtungen zusammenfassen lassen: tiefenpsychologisch-psychodynamisch, humanistisch, systemisch und verhaltenstherapeutisch.
Die Existenzanalyse gehört zu den Humanistischen Psychotherapierichtungen.